Archiv der Kategorie: Zeitungsmeldungen

Leben und Schreiben.

Ich habe diesem Blog lange keine Beachtung mehr geschenkt, weil ich in den letzten Monaten erst mal ein bisschen leben musste. Nicht freiwillig natürlich, sondern gezwungenermaßen. Leben ist schließlich meistens sehr unangenehm. Ich habe zwei Monate davon gelebt, in einem Möbelhaus Tiefkühlschnitzel zu frittieren. Dann habe ich einen Monat davon gelebt, dass dem Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg erfreulicherweise gefallen hat, woran ich gerade schreibe. Dann habe ich vier Monate davon gelebt, fremde Texte zu reparieren; davon lebe ich immer noch. Wovon ich später lebe, wenn ich mal groß und erwachsen und vernünftig und bürgerlich bin, weiß ich noch nicht. Mal sehen. Vielleicht werde ich Müllmann.

Ich habe aber nicht nur gelebt, ich habe nebenbei auch Kunst gemacht. Zum Beispiel habe ich Gedichte aus Zeitungsartikeln zusammengeklebt, oder aus Groschenromanen, und das mache ich immer noch, wenn ich eine gute Zeitung finde oder einen guten Groschenroman (das heißt, einen schlechten). Vielleicht sammle ich sie mal irgendwo, die Gedichte, dann sind die nämlich ein Zyklus, das klingt dann viel anspruchsvoller.

Central Park

Und ich habe einen Roman fertiggeschrieben, der „Die Rettung der Welt“ heißt. Leider habe ich unterwegs vergessen, ob er gut ist oder nicht, deshalb muss er jetzt erst mal in die Überarbeitung (oder wenn er nicht gut ist, werfe ich ihn vielleicht auch weg, mal sehen).

Und mein laufendes Romanprojekt hat der Förderkreis deutscher Schriftsteller mit einem Arbeitsstipendium ausgezeichnet, weil ich an dem nämlich noch arbeite, deshalb ist auch der Titel ein Arbeitstitel, deshalb verrate ich den hier nicht.

Und ich schreibe ein Tagebuch, ein erlogenes Tagebuch natürlich, das als jahresumspannendes Projekt gedacht ist, damit ich eine valide Entschuldigung parat habe, warum es mit dem Jahrhundertroman immer noch so lange dauert. Das Tagebuch heißt „Multitüden“, nach dem Whitman’schen Credo, dass ein Mensch viele widersprüchliche Persönlichkeiten in sich vereint, und man findet es hier.

Oh, ach ja, und ich war bei Poetry Slams manchmal und habe da Texte vorgelesen übers Textevorlesen, oder über das Finanzamt, oder übers Schnitzelfrittieren, oder über Wut, oder über Angst, oder die Geschichte vom Mann erzählt, der sich in ein Bankschließfach einschließen lässt vor lauter Wut und Angst, das war eigentlich auch ganz schön.

So. Und jetzt geht es weiter.

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Zeitungsnotiz.

Möchte dem geneigten Zeitungsleser trotz unseres redlichen Bemühens um allerbeste Qualität einmal die  vorgegebene Reihenfolge der Worte in unseren Artikeln missfallen, so sei ihm freundlichst empfohlen, sie mittels Schere und Alleskleber nach Gusto neu anzuordnen.

Die Redaktion

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